Haarchirurgie

Glossar zur Haartransplantation

Das Glossar erklärt in einfachen Worten die Fachbegriffe, die Ihnen beim Haarausfall, im Angebot einer Klinik oder im Aufklärungsgespräch begegnen. Jede Erklärung beginnt mit ein bis zwei Sätzen und nennt danach ihre Quelle.

45 Begriffe

Graft

Ein Graft ist ein winziges Hautstück mit ein bis vier, selten fünf Haaren samt Wurzel. Bei einer Haartransplantation entnimmt die Praxis es am Hinterkopf und setzt es an der kahlen Stelle wieder ein.

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Follikuläre Einheit

Eine follikuläre Einheit ist eine natürliche Gruppe aus ein bis vier, selten fünf Haaren, die zusammen wachsen. Bei einer Haartransplantation entnimmt und setzt die Praxis solche Gruppen als Ganzes.

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FUE (Follicular Unit Extraction)

FUE steht für Follicular Unit Extraction, auf Deutsch Einzelentnahme von Haargruppen. Eine feine, runde Hohlnadel löst sie einzeln aus dem Hinterkopf, ohne dass die Praxis einen Hautstreifen herausschneidet.

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FUT / Streifenmethode

FUT steht für Follicular Unit Transplantation und heißt auch Streifenmethode. Die Ärztin schneidet einen schmalen Hautstreifen aus dem Hinterkopf, näht die Wunde und löst die Haargruppen danach unter dem Mikroskop aus dem Streifen.

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DHI (Direct Hair Implantation)

DHI steht für Direct Hair Implantation. Anbieter beschreiben es als Variante der FUE, der Einzelentnahme von Haargruppen, bei der ein stiftförmiges Instrument die Haargruppen einsetzt, ohne dass die Praxis vorher Kanäle schneidet.

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Saphir-FUE

Bei der Saphir-FUE, einer Variante der Einzelentnahme, öffnet eine Klinge aus synthetischem Saphir statt aus Stahl die Kanäle, in die die Haargruppen kommen. Ihre Spitze ist V-förmig statt U-förmig.

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Hamilton-Norwood-Schema

Das Hamilton-Norwood-Schema teilt den erblichen Haarausfall bei Männern in sieben Stufen ein, von Stufe I bis zum schmalen Haarkranz in Stufe VII. Damit lässt sich beschreiben, wie weit der Haarausfall fortgeschritten ist.

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Ludwig-Klassifikation

Die Ludwig-Klassifikation teilt den erblichen Haarausfall bei Frauen in drei Stufen ein. Er beginnt am Scheitel, und der Haaransatz an der Stirn bleibt meist erhalten.

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Diffuser Haarausfall

Beim diffusen Haarausfall lichtet sich das Haar auf der ganzen Kopfhaut. Er folgt keinem festen Muster wie der erbliche Haarausfall.

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Spenderregion

Die Spenderregion ist der Bereich am Hinterkopf, aus dem die Praxis bei einer Haartransplantation Grafts entnimmt, also Haargruppen mit Wurzel.

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Empfängerregion

Die Empfängerregion ist die kahle oder dünne Stelle der Kopfhaut, an der die Praxis die entnommenen Grafts einsetzt. Grafts sind Haargruppen mit Wurzel.

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Haardichte

Haardichte ist die Zahl der Haare je Quadratzentimeter Kopfhaut. Bei einer Messung an 50 Patienten standen am Hinterkopf 124 bis 200 Haare und 65 bis 85 natürliche Haargruppen auf einem Quadratzentimeter.

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Haarzyklus

Jedes Haar durchläuft drei Phasen: Wachstum, Übergang und Ruhe. Danach fällt es aus, und an derselben Stelle wächst ein neues Haar nach.

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Schockverlust

Schockverlust ist ein plötzlicher, meist vorübergehender Haarausfall nach einer Haartransplantation. Er kann Haare an der Einsetzstelle und am Hinterkopf betreffen, wo die Praxis entnommen hat.

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Krustenbildung

Nach einer Haartransplantation bilden sich an den Einstich- und Entnahmestellen kleine Krusten aus geronnenem Blut. Sie gehören zur normalen Wundheilung.

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Narbenbildung nach Haartransplantation

Eine Haartransplantation hinterlässt in der Regel Narben. Bei der Streifenmethode ist es eine feine Linie am Hinterkopf, bei der FUE sind es viele kleine, runde Punkte.

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PRP-Therapie

PRP steht für Platelet-Rich Plasma, auf Deutsch plättchenreiches Plasma. Es wird mit einer Zentrifuge aus Ihrem eigenen Blut gewonnen und enthält viele Wachstumsfaktoren, die Gewebe bei der Regeneration unterstützen sollen.

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Mesotherapie

Bei der Mesotherapie spritzt eine Ärztin mit kurzen, feinen Nadeln einen individuell zusammengestellten Wirkstoffmix in die Haut. Gegen Haarausfall nennt die Deutsche Gesellschaft für Mesotherapie zum Beispiel Biotin, Dexpanthenol und Coenzym Q10.

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Minoxidil

Minoxidil ist ein Wirkstoff gegen Haarausfall, den Sie als Lösung oder Schaum auf die Kopfhaut auftragen. Sie bekommen ihn ohne Rezept in der Apotheke, ein Arztgespräch vor der Anwendung ist trotzdem sinnvoll.

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Finasterid

Finasterid ist ein verschreibungspflichtiges Medikament in Tablettenform. Es hemmt ein Enzym, das Testosteron in das Hormon DHT umwandelt, das den erblichen Haarausfall auslöst.

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Vorgespräch / Erstberatung

Das Vorgespräch ist das erste ärztliche Gespräch vor einer Haartransplantation. Die Praxis muss Sie darin mündlich über den Eingriff aufklären.

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Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten (Hautarzt)

Der Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten ist der Hautarzt oder die Hautärztin. Nach der Muster-Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer dauert die Weiterbildung für diesen Titel mindestens 60 Monate.

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ISHRS (International Society of Hair Restoration Surgery)

Die ISHRS, die International Society of Hair Restoration Surgery, ist eine internationale Fachgesellschaft für Haarchirurgie. Sie wurde 1993 gegründet, ist nicht gewinnorientiert und hat mehr als 1.000 Mitglieder in rund 80 Ländern.

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Heilmittelwerbegesetz (HWG)

Das Heilmittelwerbegesetz regelt, wie Praxen und Anbieter für Behandlungen werben dürfen. Es gilt ausdrücklich auch für Operationen ohne medizinische Notwendigkeit, dazu zählen viele Haartransplantationen.

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Einwilligung vor dem Eingriff

Die Einwilligung ist Ihre Zustimmung zu einer Behandlung. Sie ist nur wirksam, wenn die Praxis Sie vorher aufgeklärt hat, und Sie können sie jederzeit ohne Begründung zurücknehmen.

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Aufklärungspflicht

Die Praxis ist verpflichtet, Sie vor dem Eingriff mündlich über Ablauf, Folgen, Risiken und Alternativen aufzuklären. Das muss so früh geschehen, dass Sie in Ruhe entscheiden können.

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Schriftliche Kosteninformation vor der Behandlung

Die Praxis muss Ihnen die voraussichtlichen Kosten vor der Behandlung in Textform nennen, das heißt lesbar festgehalten, zum Beispiel per E-Mail. Das gilt, wenn nicht gesichert ist, dass die Krankenkasse oder ein anderer Dritter alles zahlt.

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Patientenakte und Aufbewahrungsfrist

Die Praxis muss eine Patientenakte führen und alle wichtigen Maßnahmen und Ergebnisse zeitnah festhalten. Sie muss die Akte zehn Jahre nach dem Ende der Behandlung aufbewahren, sofern keine andere Vorschrift eine andere Frist setzt.

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Kostenübernahme durch die Krankenkasse

Die gesetzliche Krankenkasse zahlt eine Haartransplantation in aller Regel nicht. Erblich bedingter Haarausfall beim Mann gilt laut gesund.bund.de nicht als Krankheit, und die Behandlung ist medizinisch nicht notwendig.

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Vorher-Nachher-Verbot

Werbung für Operationen ohne medizinische Notwendigkeit darf gegenüber Laien nicht den Zustand vor und nach dem Eingriff gegenüberstellen. So schreibt es das Heilmittelwerbegesetz vor.

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Eigenhaartransplantation

Eigenhaartransplantation ist ein anderes Wort für Haartransplantation mit Ihren eigenen Haaren. Die Praxis entnimmt sie aus der Spenderregion am Hinterkopf und setzt sie an der kahlen Stelle ein.

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Recht am eigenen Bild

Das Recht am eigenen Bild bedeutet, dass Fotos von Ihnen nur mit Ihrer Einwilligung verbreitet oder öffentlich gezeigt werden dürfen. Das gilt auch für Patientenfotos einer Praxis.

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Behandlungsvertrag

Der Behandlungsvertrag ist der Vertrag zwischen Ihnen und der Praxis über eine medizinische Behandlung. Die Praxis schuldet darin die versprochene Behandlung nach dem anerkannten fachlichen Standard, in der Regel kein bestimmtes Ergebnis.

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Verbundener Vertrag

Ein Kredit und der Vertrag, den er finanziert, zum Beispiel ein Behandlungsvertrag, sind verbunden, wenn beide wirtschaftlich zusammengehören. Widerrufen Sie dann den Kredit, sind Sie auch nicht mehr an den anderen Vertrag gebunden.

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Folgekostenversicherung

Eine Folgekostenversicherung ist eine private Versicherung für die Kosten von Nachbehandlungen nach einer Schönheitsoperation. Nach Ansicht der Verbraucherzentrale kann sie sinnvoll sein, weil die Krankenkasse solche Folgebehandlungen in der Regel nicht bezahlt.

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Fernbehandlung

Fernbehandlung ist ärztliche Beratung oder Behandlung nur über Telefon, Video oder Foto, ohne persönlichen Kontakt. Ärztinnen und Ärzte dürfen sie nur im Einzelfall anbieten, wenn das ärztlich vertretbar ist.

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Korrektureingriff

Ein Korrektureingriff verbessert das Ergebnis einer früheren Haartransplantation, die eine andere Ärztin oder ein Schwarzmarkt-Anbieter durchgeführt hat. Laut einer Umfrage der Fachgesellschaft ISHRS kamen 2024 im Schnitt 6,9 Prozent der Patienten dafür.

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Pauschalreise

Eine Pauschalreise liegt vor, wenn ein Anbieter mindestens zwei verschiedene Arten von Reiseleistungen für dieselbe Reise verbindet, zum Beispiel Flug und Hotel. Dann gilt für diese Reise das Pauschalreiserecht des Bürgerlichen Gesetzbuchs.

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Genehmigung für Gesundheitstourismus (Türkei)

Seit dem 26. April 2025 brauchen in der Türkei Kliniken und Vermittler, die Patienten aus dem Ausland behandeln oder vermitteln, eine staatliche Genehmigung. Vermittler erhalten sie von der Gesellschaft USHAŞ, Kliniken vom Gesundheitsministerium.

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Lohnfortzahlung nach einer Schönheitsoperation

Ihr Arbeitgeber muss Ihnen bei Krankheit bis zu sechs Wochen den Lohn weiterzahlen, wenn Sie die Krankheit nicht selbst verschuldet haben. Nach einer Schönheitsoperation ohne medizinischen Grund kann dieser Anspruch entfallen.

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Entstellung mit Krankheitswert

Eine Entstellung mit Krankheitswert liegt vor, wenn eine körperliche Veränderung so auffällt, dass sie die Teilnahme am Leben unter Menschen spürbar erschwert. Das Sozialrecht behandelt sie dann wie eine Krankheit.

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