Wofür Sie eine Folgekostenversicherung brauchen
Die gesetzliche Krankenkasse zahlt eine Haartransplantation bei erblich bedingtem Haarausfall in aller Regel nicht. Bei Komplikationen nach einer medizinisch nicht notwendigen Operation sieht das Gesetz eine Kostenbeteiligung der Versicherten vor. Nach einem Vergleichsportal kann sie bis zu 50 Prozent der Behandlungs- und Nebenkosten betragen. Die Verbraucherzentrale schreibt, die Kasse übernehme Folgebehandlungen in der Regel nicht, wenn die erste Behandlung medizinisch nicht notwendig war.
Eine Folgekostenversicherung schließt diese Lücke. Sie ist eine Zusatzversicherung für Komplikationen nach ästhetischen Eingriffen, etwa nach einer Haartransplantation, einer Brustvergrößerung oder einer Fettabsaugung. Was die Behandlung selbst kostet, steht im Ratgeber zu den Kosten einer Haartransplantation.
Ob Ihre private Krankenversicherung Komplikationen zahlt, hängt von Ihrem Tarif ab. Die Musterbedingungen der privaten Krankenversicherer verlangen für einen Versicherungsfall eine medizinisch notwendige Heilbehandlung wegen Krankheit oder Unfallfolgen. Ein selbst gewählter ästhetischer Eingriff erfüllt das nicht. Fragen Sie Ihren Versicherer vor der Operation schriftlich, ob er die Behandlung einer Komplikation übernimmt.
Welche Komplikationen die Folgekostenversicherung zahlt
Ein Anbieter für Haartransplantationen nennt als versicherte Fälle übermäßige Narbenbildung, Hautreizungen wie Juckreiz und Schmerzen sowie Entzündungen von Wunden. Die Verbraucherzentrale rät zu prüfen, dass die Police nicht nur Nachbehandlungen bei schlechter Wundheilung abdeckt, sondern ausdrücklich auch bei Komplikationen. Sie weist außerdem darauf hin, dass es beim Schutz viele Unterschiede und Einschränkungen gibt.
Nicht versichert ist in der Regel, wenn Ihnen das Ergebnis nicht gefällt. Ein Vergleichsportal beschreibt es so: Die Tarife zahlen medizinisch notwendige Behandlungen nach einer Komplikation. Rein ästhetische Unzufriedenheit ist nur mit einem Zusatzbaustein versichert. Eine solche Zufriedenheitsgarantie deckt laut Portal in der Regel Kosten bis 2.000 Euro. Ob auch ein Ausbleiben des Anwachsens als Komplikation zählt, steht in den Bedingungen. Fragen Sie danach.
Was eine Folgekostenversicherung kostet
Der Anbieter medassure beauty verlangt für eine Haartransplantation im Basis-Tarif 69 Euro für ein Jahr, 99 Euro für zwei Jahre und 129 Euro für fünf Jahre. Der Premium-Tarif kostet 99 Euro, 129 Euro und 149 Euro. Ein Vergleichsportal nennt Preise ab 69 Euro bei medassure und safe4beauty und ab 99 Euro bei beautyprotect.
| Laufzeit | Basis-Tarif | Premium-Tarif |
|---|---|---|
| 1 Jahr | 69 Euro | 99 Euro |
| 2 Jahre | 99 Euro | 129 Euro |
| 5 Jahre | 129 Euro | 149 Euro |
Wann Sie die Versicherung abschließen müssen
Die Folgekostenversicherung muss vor dem Eingriff bestehen. Sie beginnt nach einem Vergleichsportal in der Regel mit dem Tag des Eingriffs. Wer erst nach einer Komplikation abschließt, ist für diesen Fall nicht versichert. Planen Sie die Versicherung deshalb ein, sobald der Operationstermin feststeht. Das gilt auch, wenn Sie die Behandlung über eine Finanzierung der Haartransplantation bezahlen.
Die Laufzeiten reichen je nach Anbieter von 1 bis 5 Jahren. Manche Verträge laufen mindestens ein Jahr und verlängern sich danach monatlich. Eine kurze Laufzeit ist billiger, deckt aber keine Komplikation, die erst nach Vertragsende auftritt. Fragen Sie Ihre Ärztin, wie lange nach dem Eingriff Komplikationen auftreten können, und wählen Sie die Laufzeit danach.
- Ab wann beginnt der Schutz, und liegt der Operationstermin sicher danach?
- Deckt der Vertrag auch eine zweite Sitzung, wenn Sie später eine planen?
- Wie lange haben Sie Zeit, eine Komplikation zu melden? Manche Anbieter verlangen die Meldung unverzüglich und schriftlich.
- Fragt der Versicherer nach Vorerkrankungen, und was passiert bei falschen Angaben?
- Gilt der Vertrag ab der Unterschrift sofort oder erst nach einer Wartezeit?
Gehen Sie vor dem Antrag in dieser Reihenfolge vor.
- Legen Sie den Operationstermin fest und rechnen Sie zurück, wie viel Zeit bis dahin bleibt.
- Holen Sie mindestens zwei Angebote ein und vergleichen Sie Laufzeit, Beitrag und Ausschlüsse nebeneinander.
- Fragen Sie ausdrücklich nach dem Beginn des Schutzes und nach der Meldefrist im Schadensfall.
- Beantworten Sie die Gesundheitsfragen des Versicherers wahrheitsgemäß, sonst kann Ihr Anspruch später entfallen.
- Schließen Sie den Vertrag rechtzeitig vor dem Eingriff ab und bewahren Sie die Police griffbereit auf.
Gilt die Folgekostenversicherung auch im Ausland?
Nur, wenn die Police es ausdrücklich sagt. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass die Versicherung die geplante Behandlung und das gewählte Land abdecken muss. Ein allgemeiner Satz im Kleingedruckten reicht Ihnen im Schadensfall nicht, wenn Ihr Land dort fehlt.
Fragen Sie deshalb, ob der Versicherungsschein das Land des Eingriffs nennt. Fragen Sie auch, wie Sie Berichte und Rechnungen aus dem Ausland einreichen müssen, etwa ob eine Übersetzung nötig ist. Die Verbraucherzentrale rät außerdem, vor einer Behandlung im Ausland schriftlich festzulegen, wer bei Komplikationen haftet, möglichst nach deutschem Recht.
Wie Sie eine Komplikation melden
Ein Versicherungsfall läuft in mehreren Schritten ab. Es hilft, diese Schritte schon beim Abschluss zu kennen und nicht erst im Ernstfall.
Ärztliche Feststellung
Die operierende Praxis oder ein anderer Arzt stellt die Komplikation fest und hält sie mit Datum, Befund und Foto fest.
Meldung an den Versicherer
Sie zeigen den Fall innerhalb der Frist im Vertrag an, meist mit einem Formular und der ärztlichen Dokumentation.
Prüfung durch den Versicherer
Der Versicherer prüft, ob eine versicherte Komplikation vorliegt oder ob es sich um Unzufriedenheit mit dem Ergebnis handelt.
Kostenvoranschlag für die Nachbehandlung
Die behandelnde Praxis legt einen Kostenvoranschlag vor. Bei manchen Anbietern muss der Versicherer ihn vorab genehmigen.
Erstattung oder Ablehnung
Der Versicherer erstattet die Kosten bis zur vereinbarten Höchstsumme oder lehnt schriftlich mit Begründung ab.
Was die Folgekostenversicherung nicht zahlt
Reine Unzufriedenheit mit dem Ergebnis ist im Grundschutz nicht versichert. Auch Korrekturen, die das ursprüngliche Aussehen nach einer Komplikation wiederherstellen sollen, sind nach einem Vergleichsportal nicht immer eingeschlossen. Viele Patienten gehen davon aus, dass solche Korrekturen versichert sind. Das stimmt nicht immer. Dafür gibt es bei manchen Anbietern einen Zusatzbaustein.
Bei privatärztlicher Abrechnung kann es für gesetzlich Krankenversicherte Einschränkungen geben, so das Portal. Lesen Sie deshalb die Ausschlüsse im Vertrag, bevor Sie unterschreiben.
Lassen Sie die Haartransplantation aus rein ästhetischen Gründen machen?
Dann übernimmt die Kasse Komplikationen nicht vollständig, einen Teil tragen Sie selbst. Eine Folgekostenversicherung schließt diese Lücke, prüfen Sie vor der Unterschrift Laufzeit, Ausschlüsse und Meldefrist.
Geht Ihr Haarverlust auf einen Unfall, eine Verbrennung oder eine Bestrahlung zurück?
Dann klären Sie zuerst, ob Kasse, Unfallversicherung oder der Verursacher die Kosten trägt. Erst danach lohnt sich eine private Zusatzversicherung.
Klären Sie mit der Praxis, ob der Eingriff medizinisch notwendig ist. Davon hängt ab, wer zahlt.
Häufige Fragen
Was zahlt eine Folgekostenversicherung nach einer Haartransplantation?
Eine Folgekostenversicherung zahlt die Behandlung einer medizinischen Komplikation nach der Haartransplantation, etwa bei einer Wundinfektion, starker Narbenbildung oder anhaltenden Hautreizungen. Ein Anbieter nennt diese Fälle ausdrücklich als versichert. Bloße Unzufriedenheit mit dem Ergebnis ist im Grundschutz nicht versichert.
Muss ich die Folgekostenversicherung vor der Haartransplantation abschließen?
Ja, die Folgekostenversicherung muss vor dem Eingriff bestehen, weil der Schutz nach einem Vergleichsportal in der Regel mit dem Tag des Eingriffs beginnt. Wer erst nach einer Komplikation abschließt, ist für diesen Fall nicht versichert.
Übernimmt die Krankenkasse Komplikationen nach einer Haartransplantation?
Die Krankenkasse übernimmt Komplikationen nach einer Haartransplantation nicht vollständig. Nach dem Gesetz muss sie Sie an den Kosten beteiligen. Die Verbraucherzentrale schreibt sogar, dass die Kasse Folgebehandlungen in der Regel nicht übernimmt, wenn die erste Behandlung nicht notwendig war. Eine Folgekostenversicherung schließt diese Lücke.
Zahlt meine private Krankenversicherung Komplikationen nach einer Haartransplantation?
Ob Ihre private Krankenversicherung Komplikationen nach einer Haartransplantation zahlt, hängt von Ihrem Tarif ab. Die Musterbedingungen der privaten Krankenversicherer verlangen für einen Versicherungsfall eine medizinisch notwendige Heilbehandlung wegen Krankheit oder Unfallfolgen. Ein selbst gewählter ästhetischer Eingriff erfüllt das nicht. Fragen Sie Ihren Versicherer vor dem Eingriff schriftlich, ob er die Behandlung einer Komplikation übernimmt.
Gilt eine Folgekostenversicherung auch bei einer Haartransplantation im Ausland?
Eine Folgekostenversicherung gilt bei einer Haartransplantation im Ausland nur, wenn die Police das Land des Eingriffs abdeckt. Die Verbraucherzentrale rät, vor dem Abschluss zu prüfen, dass die Versicherung die geplante Behandlung und das gewählte Land umfasst. Lassen Sie sich das schriftlich bestätigen.
Was kostet eine Folgekostenversicherung für eine Haartransplantation?
Bei medassure beauty kostet der Basis-Tarif für eine Haartransplantation 69 Euro für ein Jahr, 99 Euro für zwei Jahre und 129 Euro für fünf Jahre. Der Premium-Tarif kostet 99, 129 und 149 Euro. Andere Anbieter kalkulieren anders.
